Stellenangebote

Freie Stellen bei der ISE Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe.

Service

Berichte und Informationen zu den Pflegeberufen und Ausbildungen im (Alten-)Pflegebereich, etc.

Termine

… der ISE Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe, die Sie nicht verpassen sollten.

Über uns

Lesen Sie Wissenswertes über die ISE Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe.

Unsere Schüler/-innen

…berichten über Ihre Erfahrungen während der Qualifizierung oder Ausbildung.

Startseite » Unsere Schüler/-innen

Pneumonieprophylaxe – Was ist das?

Erstellt von am 23. April 2015 – 21:18Kein Kommentar

Der Klasse AP4, die zur Zeit bei der ISE Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Amberg eine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft absolviert, ist im Pflegeunterricht aufgefallen, dass die Pneumonieprophylaxe in der Praxis oft zu wenig Beachtung findet.

Die Pneumonie ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Im Jahr 2013 sind nach der Statistik des Statistischen Bundesamtes 18.797 Menschen an der Lungenentzündung (Pneumonie) verstorben. Besonders für Senioren ist die Pneumonie eine tödliche Erkrankung!

Pneumonie ist eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes entweder durch Krankheitserreger (z. B. Bakterien, Viren, Pilze) oder durch Aspiration von lungenschädigenden Stoffen (z.B. Erbrochenem). In den meisten Fällen muss man bei einer Pneumonie mit einer medikamentösen Behandlung beginnen, bevor der genaue Krankheitserreger bekannt ist.

Anzeichen einer Pneumonie:

Im Alter oft schwach ausgeprägte Symptome! Hinweise können sein:

  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Atemabhängige Schmerzen
  • Abhusten von Sputum

Allgemeine Anzeichen:

  • Hohes Fieber
  • Tachypnoe
  • Husten, oft mit blutigen Auswurf
  • Tachykardie
  • Schmerzen beim Atmen
  • Zyanose (mangelnde Sauerstoffsättigung des Blutes, äußert sich in Blaufärbung der Haut)
  • Mundgeruch

Wer ist gefährdet?

Bei nahezu allen Senioren besteht eine erhöhte Pneumoniegefahr!

Altersbedingte Veränderungen erhöhen die Anfälligkeit für Atemwegsstörungen:

  • Nachlassende Brustkorbbeweglichkeit, wodurch die Lunge schlechter belüftet wird
  • Abnahme der Flimmerhärchen und abgeschwächter Hustenreflex, wodurch sich vermehrt Sekret ansammelt
  • Muskelkraft nimmt ab, auch die der Atemmuskulatur, dadurch Einschränkungen der Lungenfunktion

Risikofaktoren für eine Beeinträchtigung der Atmung (angelehnt an die Atemskala nach Bienstein):

  • Rauchen, Passivrauchen
  • Lungenkrankheiten (frühere/akute)
  • Immunschwäche
  • Schmerzen, die die Atmung beeinträchtigen
  • Schluckstörungen
  • frühere lungengefährdende Arbeit
  • Mobilitätseinschränkungen
  • Intubationsnarkose, Beatmungen, Sauerstoffbrille
  • Beeinträchtigte Bewusstseinslage
  • Abweichungen von der normalen Atmung (z.B. flache Atmung, Schonatmung, Atemnot)
  • Orotracheale Manipulation (absaugen, Mundpflege, Nasenpflege)
  • Einnahme atemsedierender Medikamente

Pflegerische Maßnahmen zur Prophylaxe:










Überblick:

Lungenbelüftung verbessern:
(=> für zusätzliche Informationen einfach obigen Link anklicken)

  • Mobilisation
  • Atemerleichternde Lagerungen
  • Atemübungen

Infektionen vermeiden:

  • Richtige Mund- und Nasenpflege
  • Aseptisches Arbeiten (z.B. beim Absaugen)

Sekret verflüssigen, lösen und entleeren:
(=> für zusätzliche Informationen einfach obigen Link anklicken)

  • Flüssigkeitszufuhr
  • Hydrotherapie (feuchte Wärme, Wickel)
  • Inhalationen
  • Huffing


Nach neuen Erkenntnissen soll man einige Maßnahmen NICHT mehr umsetzen, die bis vor kurzem noch in der Ausbildung als richtig gelehrt wurden:

  • Vibrationsmassage des Rückens
  • Abklopfen des Rückens
  • Abklatschen des Rückens mit kalten Lösungen (Franzbranntwein!)

Pflegerische Maßnahme bei Pneumonie:

  • Bei Verdacht Arzt informieren
  • falls hohes Fieber Bettruhe, ansonsten kann der Betroffene auch kurze Zeit sitzen
  • Mobilisation sofern der Allgemeinzustand es zulässt!
  • Bei Schüttelfrost mit Decken, Wärmflasche oder warmen Getränke erwärmen
  • Ausreichend Flüssigkeit anbieten
  • Regelmäßige Temperatur– und Pulskontrolle
  • Schleimlösende Tees z.B. Thymiantee
  • Atemübungen
  • Atemerleichternde Maßnahmen, z.B. mit erhöhtem Oberkörper lagern

Komplikationen einer Pneumonie:

  • Kreislaufversagen
  • Lungenversagen
  • Schock
  • Lungenabszess
  • Lungenembolie
  • Blutvergiftung
  • Bronchiektasen
  • Tod

Der Artikel wurde von Schülerinnen des Kurses AP 4 im 1. Ausbildungsjahr erstellt.


Eine Zielsetzung im Rahmen des Pflegeunterrichts bei Dozentin Susanne Luber war unter anderem, den Bekanntheitsgrad des Themas Pneumonieprophylaxe zu erhöhen.

Von den Schülern der obigen Klasse wurde zudem auch die Broschüre „Maßnahmen zur Pneumonieprophylaxe“ erarbeitet, die einen kleinen Einblick gewähren soll.

Leider keine Kommentare moeglich.